Alle Autos im Ziel – was wollen wir mehr!

19.01.10
Das 2drive-Team hatte auf der Zielrampe allen Grund zum Jubeln

Nach dem besten Dakarergebnis in der Geschichte des 2drive-Teams aus Leipzig, zieht der Teamchef Tino Schmidt eine erste kurze Bilanz. Bei seiner insgesamt 6. Dakar als Fahrer oder Teamchef, erreichten alle drei eingesetzten Fahrzeuge auf Top-Platzierungen das Ziel in Buenos Aires.

Wie sieht ein erstes Fazit, so kurz nach Ende der Dakar 2010 aus deiner Sicht aus?
Als Teamchef bin ich natürlich hochzufrieden. Wir waren, wie im letzten Jahr mit drei Fahrzeugen an den Start gegangen, aber im Unterschied zum Vorjahr, auch mit allen drei ins Ziel gekommen. Das allein schon ist ein Zeichen für die super Arbeit des gesamten Teams.


Was war da der entscheidende Unterschied zum Vorjahr?
Wir hatten uns im Vorfeld personell sehr gezielt verstärkt. Zum einen in der Position des Teammanagers und dann auch im Bereich der Servicekräfte. Hier konnten wir uns exzellent verbessern. Unser neuer Teammanager Sujit Das merkt man bei alle seinen Arbeiten seine jahrelange Erfahrung an. Das hilft ungemein und baut enorm viel Vertrauen in der ganzen Truppe auf. Die zwei Mechaniker Patrick Lepers und Uwe Zaumseil mit dem neuen Partsmanager Patrick Martin haben gemeinsam mit Philipp Tiefenbach, unserem Technikchef, einen wirklich tollen Job geleistet. Wenn man bedenkt, dass wir generell mit gerade einmal 2,5 Servicekräften pro Fahrzeug ausgekommen sind wo bei vergleichbaren Privatteams bis zu 6 Mechanikern ans Werk gehen mussten, kann ich nur wahnsinnig stolz und hoch zufrieden mit der gesamten Truppe sein.



Wie sieht es denn mit dem 2drive-Fuhrpark aus. Es sind ja doch schon Fahrzeuge, die nicht mehr die jüngsten sind?
Ganz im Gegenteil. Unsere Fahrzeuge werden von Jahr zu Jahr nicht nur standhafter, sondern die verbaute Technik wird auch immer ausgereifter. Unsere neuen selbstentwickelten Südamerikamodifikationen haben super funktioniert. Eine Zielankunft mit allen Fahrzeugen hat ansonsten nur das ehemalige Mitsubishi-Werksteam geschafft. Wir legen vielleicht nicht den größten Wert auf den Topspeed, dafür sind unsere Wagen aber so konzipiert, dass sie anstandslos die 9.000 Kilometer Dakar überstehen können. Stephan meint sogar schon, dass er mit seinem „kleinen roten Traktor“ die Dakar fährt.

Ein paar Worte zu den drei Fahrzeugbesatzungen – wie zufrieden bist du mit der Wahl der diesjährigen Teams?
Vor Stephan Schott zieh ich den Hut. Wir kennen uns ja nun auch schon fast 5 Jahre und wie er hier wieder gefahren ist, war echt toll. Man muss bei all seinem Fahrtalent beachten, dass er ein reiner Amateur ist. Er hatte ein ganzes Jahr lang kein Rallyeauto bewegt, kam praktisch vom Schreibtisch, stieg in seinen roten KS Tools-Pajero und legt dann so eine Dakar hin. Ohne jegliche Vorbereitung fährt er dann auf den 26. Platz. Normalerweise findet man in diesen Regionen nur Profifahrer!
Robert war die Überraschung schlechthin. Dafür das er vorher noch nie in richtig tiefen Dünensand unterwegs war, erst eine reine Amateurveranstaltung mit quasi Durchkommgarantie vom Veranstalter absolvierte, war die Dakar als sein Raid-Rallye-Einstand schon sehr gewagt. Er ist aber von Anfang an sein Tempo gefahren, hat sich sehr überlegt aus allen Kämpfen rausgehalten und ist ohne jegliche Strafzeit auf Platz 35. ins Ziel gekommen. Und was noch viel besser ist – bis zum Restday in Chile, da standen schon knapp 2.400 WP-Kilometer auf der Uhr, hatte Robert an seinem Mitsubishi noch kein einziges Ersatzteil benötigt! Einfach super.



Unsere neue T4-Besatzung war ebenfalls toll unterwegs. Wenn ich da nur an den Kupplungswechsel mitten in den Dünen denke. Da muss man schon was auf dem Kasten haben, um bei diesen Dickschiffen mitten im Nirgendwo so eine Reparatur ohne Bühne und doppelten Boden durchzuführen. Auch wenn sie dadurch im Endergebnis weit zurückfielen, hinderte sie dies nicht daran zum Beispiel auch noch für die restlichen Tage Ersatzteile, für ein anderes deutsches Team als Fast-Assist mitzuführen, da ihr T4 schon ausgefallen war. Solche Aktionen machen dann den wahren Geist der Dakar aus.

Wie sieht die Planung des Teams für den Rest des Jahres aus?
Wie sagt man so schön: Nach der Dakar ist vor der Dakar. Das gilt auch für uns. Wir werden also auch im kommenden Jahr wieder mit von der Partie sein und so beginnen wir sobald die Wagen wieder zurück sind mit den Vorbereitungen für die 2011er Ausgabe. Mir persönlich haben die zwei Südamerikaausgaben super gefallen. Die eindrucksvollen Landschaften mit den Anden und der Atacama sind schon toll, genauso wie die total euphorischen und verrückten Zuschauer. So etwas kann Afrika nicht bieten, genauso wie diese phantastischen Steaks... Aber eigentlich hoffen wir doch schon ein wenig auf eine Rückkehr nach Afrika…. Wir werden natürlich bis dahin auch wieder eine Menge an unseren Fahrzeugen zu schaffen haben und einige Dinge an ihnen verbessern. Und dann haben wir vor, in den verbleibenden Monaten ein komplett neues Fahrzeug zu bauen. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte...





ENDERGEBNIS
Samstag, 16.01.2010
Santa Rosa – Buenos Aires
WP: 206 km
Total: 707 km

1.

Sainzi/Cruz
VW Race Touareg 2

 47:10:00

2.

Al-Attiyah/
Gottschalk
VW Race Touareg 2

+02:12

3.

Miller/
Pitchford
VW Race Touareg 2

+32:51

26.

Schott/
Schmidt
Mitsubishi Pajero

+30:10:34

35.

Szustkowski/
Kazberuk
Mitsubishi Pajero

+37:37:29

 T 20.

Baran/Marton/Zbarowski
MAN TGA

127:25:09


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